EggerhausMuseum · Altmünster am Traunsee
Das Eggerhaus am alten Standort, Südseite (Foto: Rudolf Heckl)

Geschichte

Von 1504 bis heute

Zeittafel „Egger obs Moos“

Vom Bauernhaus am Grasberg zum Museum, 1504 bis 2028. Jede Station bekommt so viel Platz, wie sie Inhalt hat – 500 Jahre Hausgeschichte sind dünn belegt, 30 Jahre Vereinsgeschichte dicht.

  1. 1200Mittelalter
    12./13. Jh.
    Ein Vorgängerbau steht vermutlich schon am Fuß des Grasbergs. Der Hof heißt „Egger obs Moos“.
    um 1500
    Erste Nennungen des Hofes in den Quellen.
  2. 1504Das alte Haus
    1504
    Älteste nachweisbare Erwähnung des Hofes: Das Gut „obs Moos“ gehört zur Herrschaft Ebenzweyer.
    vor 1600
    Ältester erhaltener Bauteil: das gemauerte Erdgeschoß rechts vom Eingang. Seine Malerei mit Pflanzenornamenten ahmt ein Sgraffito nach.
    Pseudosgraffito an der Hausecke
  3. 1700Der Blockbau
    um 1700
    Das einstöckige Haus wird um ein Obergeschoß in Blockbauweise aufgestockt und erhält seine heutige Form. Schwellen aus Lärche, Wände aus gehackter Fichte, Balken bis 15 m, Dachstuhl 17 m.
    17. Jh.
    Eckquadermalerei an der Hofseite. Aufgedoppelte Haustüren mit schmiedeeisernen Türklopfern. Fenster im „Schuhformat“, mit Eisenspitzen gegen Tiere gesichert.
    Die Stube mit Riemlingsdecke
  4. 1729Simon Pyringer
    1729
    Tischler Simon Pyringer baut zwei große Schränke direkt in der Hohen Stube – sie passen durch keine Tür. Auftraggeber: Mathias Puz.
    um 1750
    Pyringer arbeitet ein zweites Mal im Haus. Sein Kennzeichen: vergoldete Ecken mit neun Strahlen.
    Bemalter Kasten und Bett in der Hohen Stube
  5. 1750Diamantquader
    18. Jh.
    Die Fassaden erhalten die Diamantquaderung – bis heute das festliche Gesicht des Eggerhauses. Viechtauer Kästen kommen ins Haus: Polsterlkästen, Bandlwerkkasten, Vogerlkasten.
    1787
    Kasten von Johann Pühringer, Sohn des Simon.
    Das Haupthaus mit Pseudosgraffito-Fassade und Traunstein
  6. 1850Kaiserzeit
    19. Jh.
    Ein Korbbogengewölbe ersetzt die Holzdecke im Vorhaus. Der offene Herd wird abgetragen: Sparherd in der Stube, Backofen in der Schwarzen Küche. Stube und Stubenstübl so, wie sie zur Zeit Kaiser Franz Josephs bewohnt waren.
    Aus dieser Zeit stammen auch die tragenden Teile des Eggerstadls (Seilergütl) und der Troadkasten.
    Stube mit grünem Kachelofen
  7. 1940Am alten Platz
    um 1940
    Das Haus am alten Standort: Richtung Neukirchen, nach dem Lagerhaus über die Bahn rechts.
    1950er
    Umbau des Wirtschaftstraktes.
    Das Eggerhaus am alten Standort
  8. 1995Rettung
    1995
    Das Wohnhaus soll einem modernen Wirtschaftsgebäude weichen. Altmünsterer gründen am 14. Dezember den „Verein zur Rettung und Erhaltung historischer Baukultur“ – den heutigen Kulturverein Eggerhaus. Die Gemeinde kauft das Haus.
    Westseite am alten Standort (Foto: Rudolf Heckl)
  9. 1996Abtragung
    Herbst 1995
    Unter Leitung von Prof. Dr. Gunter Dimt wird das Haus vermessen, gezeichnet, fotografiert – und behutsam abgetragen. Jeder Balken, jedes Fenster, jede Tür bekommt eine Nummer.
    1996
    Zwischenlager unter einem Flugdach im Wirtschaftshof. Unter dem Putz: Fassadenmalereien aus drei Epochen.
    Abtragen des Hauses am alten Standort
  10. 1998Wiederaufbau
    Aug. 1998
    Baubeginn am heutigen Standort – Grundstückstausch zwischen Gemeinde und Kinderdorf. Gleiche Ausrichtung wie am alten Platz.
    1998–2003
    Wiederaufbau aus dem Originalbestand: rund 20.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden, 30.000 Lärchenschindeln, 17 verschiedene Fensterformen nachgebaut.
    Aufstellen des Dachstuhls am neuen Standort
  11. 2003Eröffnung
    16. 8. 2003
    Eröffnung als Museum für Bau- und Wohnkultur des 17. bis 19. Jahrhunderts – und als Ort für Kultur, Feste und Begegnung.
    2004/05
    Erste Sonderausstellung: „Weihnachtskrippen aus Meisterhand“ (Sepp Moser).
    Fenster mit Fassadenmalerei
  12. 2008Das Ensemble wächst
    2008
    Der Eggerstadl steht. Landesausstellung „Das Salzkammergut“: 450 Jahre Viechtauer Hausindustrie.
    2009
    Torbogen zum Stadl.
    2016
    Ein Troadkasten aus dem 19. Jahrhundert wird von einem Gehöft drei Kilometer entfernt übertragen.
    2017
    Die Sammlung kommt in den Museumskollektor des OÖ Museumsverbunds.
    2018
    Stadlzubau mit Wirtschaftsräumen.
    Aufstellen des Stadls am Eggerhaus
  13. 2025Neustart
    2025
    Ein neuer Vorstand übernimmt. Das Haus wird wieder als Museum wahrgenommen.
    Jahreslauf
    Palmbuschen, Brotbacken, Kulturabende, Wintersonnenwende – Bräuche der Region leben im Haus weiter.
    2026
    Erstmals bei der Langen Nacht der Museen.
    Vorstand und Gäste
  14. 2028Jubiläum
    2028
    30 Jahre Baubeginn · 25 Jahre Museum · 20 Jahre Eggerstadl.
    Das Eggerhaus mit Eggerstadl und Troadkasten von oben, dahinter Altmünster

Quellen: Gunter Dimt, „Egger obs Moos“; Kurzführer; Lehrgangsarbeit Museumskustodin 2026. „1200“, „1750“ und „1850“ sind Epochenmarken, keine Ereignisdaten.