
Geschichte
Von 1504 bis heute
Über 500 Jahre Hofgeschichte, ein Umzug Balken für Balken und mehr als 20 Jahre Museumsbetrieb.

Egger obs Moos: Spätmittelalter bis 1995
Das Gut am Fuß des Grasbergs, seine Besitzer und Umbauten bis zum Abbau.

Abbau und Wiederaufbau 1995–2003
Wie Ehrenamtliche das Haus vermessen, abgetragen und neu errichtet haben.

Das Eggerhaus 2003 bis heute
Eröffnung, Eggerstadl, Troadkasten und die Arbeit am Haus seither.
Zeittafel „Egger obs Moos“
Vom Bauernhaus am Grasberg zum Museum, 1504 bis 2028. Jede Station bekommt so viel Platz, wie sie Inhalt hat – 500 Jahre Hausgeschichte sind dünn belegt, 30 Jahre Vereinsgeschichte dicht.
- 1200Mittelalter
- 12./13. Jh.
- Ein Vorgängerbau steht vermutlich schon am Fuß des Grasbergs. Der Hof heißt „Egger obs Moos“.
- um 1500
- Erste Nennungen des Hofes in den Quellen.
- 1504Das alte Haus
- 1504
- Älteste nachweisbare Erwähnung des Hofes: Das Gut „obs Moos“ gehört zur Herrschaft Ebenzweyer.
- vor 1600
- Ältester erhaltener Bauteil: das gemauerte Erdgeschoß rechts vom Eingang. Seine Malerei mit Pflanzenornamenten ahmt ein Sgraffito nach.
Pseudosgraffito an der Hausecke - 1700Der Blockbau
- um 1700
- Das einstöckige Haus wird um ein Obergeschoß in Blockbauweise aufgestockt und erhält seine heutige Form. Schwellen aus Lärche, Wände aus gehackter Fichte, Balken bis 15 m, Dachstuhl 17 m.
- 17. Jh.
- Eckquadermalerei an der Hofseite. Aufgedoppelte Haustüren mit schmiedeeisernen Türklopfern. Fenster im „Schuhformat“, mit Eisenspitzen gegen Tiere gesichert.
Die Stube mit Riemlingsdecke - 1729Simon Pyringer
- 1729
- Tischler Simon Pyringer baut zwei große Schränke direkt in der Hohen Stube – sie passen durch keine Tür. Auftraggeber: Mathias Puz.
- um 1750
- Pyringer arbeitet ein zweites Mal im Haus. Sein Kennzeichen: vergoldete Ecken mit neun Strahlen.
Bemalter Kasten und Bett in der Hohen Stube - 1750Diamantquader
- 18. Jh.
- Die Fassaden erhalten die Diamantquaderung – bis heute das festliche Gesicht des Eggerhauses. Viechtauer Kästen kommen ins Haus: Polsterlkästen, Bandlwerkkasten, Vogerlkasten.
- 1787
- Kasten von Johann Pühringer, Sohn des Simon.
Das Haupthaus mit Pseudosgraffito-Fassade und Traunstein - 1850Kaiserzeit
- 19. Jh.
- Ein Korbbogengewölbe ersetzt die Holzdecke im Vorhaus. Der offene Herd wird abgetragen: Sparherd in der Stube, Backofen in der Schwarzen Küche. Stube und Stubenstübl so, wie sie zur Zeit Kaiser Franz Josephs bewohnt waren.
- Aus dieser Zeit stammen auch die tragenden Teile des Eggerstadls (Seilergütl) und der Troadkasten.
Stube mit grünem Kachelofen - 1940Am alten Platz
- um 1940
- Das Haus am alten Standort: Richtung Neukirchen, nach dem Lagerhaus über die Bahn rechts.
- 1950er
- Umbau des Wirtschaftstraktes.
Das Eggerhaus am alten Standort - 1995Rettung
- 1995
- Das Wohnhaus soll einem modernen Wirtschaftsgebäude weichen. Altmünsterer gründen am 14. Dezember den „Verein zur Rettung und Erhaltung historischer Baukultur“ – den heutigen Kulturverein Eggerhaus. Die Gemeinde kauft das Haus.
Westseite am alten Standort (Foto: Rudolf Heckl) - 1996Abtragung
- Herbst 1995
- Unter Leitung von Prof. Dr. Gunter Dimt wird das Haus vermessen, gezeichnet, fotografiert – und behutsam abgetragen. Jeder Balken, jedes Fenster, jede Tür bekommt eine Nummer.
- 1996
- Zwischenlager unter einem Flugdach im Wirtschaftshof. Unter dem Putz: Fassadenmalereien aus drei Epochen.
Abtragen des Hauses am alten Standort - 1998Wiederaufbau
- Aug. 1998
- Baubeginn am heutigen Standort – Grundstückstausch zwischen Gemeinde und Kinderdorf. Gleiche Ausrichtung wie am alten Platz.
- 1998–2003
- Wiederaufbau aus dem Originalbestand: rund 20.000 ehrenamtliche Arbeitsstunden, 30.000 Lärchenschindeln, 17 verschiedene Fensterformen nachgebaut.
Aufstellen des Dachstuhls am neuen Standort - 2003Eröffnung
- 16. 8. 2003
- Eröffnung als Museum für Bau- und Wohnkultur des 17. bis 19. Jahrhunderts – und als Ort für Kultur, Feste und Begegnung.
- 2004/05
- Erste Sonderausstellung: „Weihnachtskrippen aus Meisterhand“ (Sepp Moser).
Fenster mit Fassadenmalerei - 2008Das Ensemble wächst
- 2008
- Der Eggerstadl steht. Landesausstellung „Das Salzkammergut“: 450 Jahre Viechtauer Hausindustrie.
- 2009
- Torbogen zum Stadl.
- 2016
- Ein Troadkasten aus dem 19. Jahrhundert wird von einem Gehöft drei Kilometer entfernt übertragen.
- 2017
- Die Sammlung kommt in den Museumskollektor des OÖ Museumsverbunds.
- 2018
- Stadlzubau mit Wirtschaftsräumen.
Aufstellen des Stadls am Eggerhaus - 2025Neustart
- 2025
- Ein neuer Vorstand übernimmt. Das Haus wird wieder als Museum wahrgenommen.
- Jahreslauf
- Palmbuschen, Brotbacken, Kulturabende, Wintersonnenwende – Bräuche der Region leben im Haus weiter.
- 2026
- Erstmals bei der Langen Nacht der Museen.
Vorstand und Gäste - 2028Jubiläum
- 2028
- 30 Jahre Baubeginn · 25 Jahre Museum · 20 Jahre Eggerstadl.
Das Eggerhaus mit Eggerstadl und Troadkasten von oben, dahinter Altmünster
Quellen: Gunter Dimt, „Egger obs Moos“; Kurzführer; Lehrgangsarbeit Museumskustodin 2026. „1200“, „1750“ und „1850“ sind Epochenmarken, keine Ereignisdaten.

