EggerhausMuseum · Altmünster am Traunsee

Film 1 · 29:42 Min. · Deutsch, Untertitel DE/EN

Abtragung und Wiederaufbau 1995–2003

Vom Abtragen des Blockbaus bis zum fertigen Haus

Vermessung und Abbau unter Prof. Gunter Dimt, Zwischenlager, Baubeginn 1998, Zimmerer, Maurer und Tischler bei der Arbeit, Interviews mit den Beteiligten und die Eröffnung am 16. August 2003.

Abbau und Wiederaufbau 1995–2003

Kapitel

Eggerhaus-Dokumentation 2008 · Kulturverein Eggerhaus · digitalisiert 2026

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Ein Haus vor dem Abriss

Alles hat seine Zeit, so auch die Lebensdauer alter Gebäude. 1995 sollte auch dem Eggerhaus die letzte Stunde schlagen. Dass dies verhindert wurde, ist einer Handvoll Idealisten zu verdanken, denen es gelangt, den Direktor des Oberösterreichischen Landesmuseums, Dr. Dimt, als wissenschaftlichen Leiter hinzuzugewinnen. Dieser stand dem Projekt am Anfang jedoch skeptisch gegenüber.

Die Skepsis des Fachmanns

Mir war natürlich bewusst, welche unendliche Arbeit dahintersteckt, ein derart großes Objekt so zu übertragen, dass man wirklich wieder den Eindruck hat, es original vor sich zu haben. Ich hatte natürlich sehr große Skepsis, weil ich eben geglaubt habe, dass allein das von dem Ausmaß her nicht durchstehen kann. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich am Durchhaltevermögen derjenigen, die da damals sehr begeistert waren, doch gezweifelt habe. Der Chef des Oberösterreichischen Landesmuseums erlebte eine ganz große positive Überraschung, denn der Idealismus schaffte, was der Fachmann für unmöglich gehalten hatte. Nach nur wenigen Monaten war der Rohbau des alten Hauses an seinem neuen Platz vollendet. Die Faszination des alten Gehöfts hat es sie der Reihe nach angesteckt.

Die Faszination des alten Hauses

Natürlich das Alter und wie es dasteht und es ist ja unterhalb von dem weißen Anstrich, ist ja eine Bemalung drunter und hat mir etwas durchgesehen natürlich. Gerade das Eggerhaus hat eine Bausubstanz, die zum Teil ins 16. und zum Teil ins 17. Jahrhundert zu datieren ist und das macht eigentlich die Faszination dieses Hauses aus. Als ich dann auf dieses Projekt durch unseren Bürgermeister aufmerksam gemacht wurde, war ich natürlich schon sehr angetan davon und habe mich zumindest als Kulturreferentin dafür verantwortlich gefühlt, dieses wirklich letzte Haus in dieser Form in Altmünster irgendwo zu erhalten und wenn nicht anders möglich abzutragen und wieder zu errichten. Meine Frau als Kulturreferentin hat sich auch dafür eingesetzt und sie hat mich gefragt, naja, was ich von diesem Projekt halte und ich habe gesagt, okay, ich habe nichts dagegen. Irgendwann hat sie dann gesagt, ich möge dort einmal helfen und ich habe auch geholfen. Das hat mir gefallen und so bin ich in das ganze Projekt hineingerutscht.

Abtragen, nummerieren, wieder aufbauen

Seit Jahren verbindet den Hafnermeister, den Museumschef, den Deutschprofessor und die Vize-Bürgermeisterin eines. Jede freie Minute gehört dem Eggerhaus. Dutzende hilfreiche Hände haben sie dabei tatkräftig unterstützt. Gemeinsam haben die Leute vom Eggerhaus bereits Tausende von Arbeitsstunden in ihren Hof gesteckt. Ja, es ist natürlich nummeriert worden, abgemessen, nivelliert worden, Detailzeichnungen gemacht und dann, wenn das alles fertig war, ist das ganze Haus ausgeräumt worden. Die ganzen Türstücke, Türen, Fußböden, Details natürlich und sind dann nummeriert worden und dann abgetragen. Die Bauteile wurden erst fein säuberlich zwischengelagert und dann am neuen Platz wieder zusammengebaut. Dann hat natürlich das ganze Holz jetzt mit einem großen Sattelschlepper an die Stelle gebracht werden müssen. Dann ist alles verteilt worden an allen vier Ecken nach den Nummern und dann ist man halt das Ganze angegangen und dann ist das Ganze mit dem Kran hinaufgehoben worden und jedes einzelne Detail befestigt. Eine Pause gönnt man sich auch im Winter nicht. So sehr ist das alte Haus den Leuten ans Herz gewachsen. Das ist also jetzt der Bereich, der von uns abgetragen bzw. übertragen wurde, wobei das Mauerwerk da herunter natürlich nicht übertragen wurde. Das ist nur aufgemessen worden und das Ziegelmauerwerk ist jetzt wieder erstanden. Offene Arme, Ohren und Brieftaschen fanden die Leute vom Eggerhaus nicht nur bei zahlreichen Spendern und Unternehmen, sondern wurden auch vom Land Oberösterreich ausgezeichnet.

Auszeichnung des Landes

Einen weiteren Förderungspreis erhält der Verein zur Rettung und Erhaltung historischer Baukultur Altmünster für das Projekt Eggerhaus.

Ein Museum auf drei Standbeinen

Ja, das Projekt Eggerhaus ist insofern bemerkenswert und von anderen musealen Vorhaben in Oberösterreich herausragend, weil es auf mehreren Standbeinen steht. Also es ist nicht nur ein musealer Bereich vorgesehen, sondern natürlich auch ein Bildungs- und Veranstaltungsbereich und darüber hinaus sozusagen als drittes Standbein ein sehr starker wissenschaftlicher Hintergrund. Und das heißt, dass das Eggerhaus in Zukunft auch ein umfangreiches Archiv über das ländliche Brauchtum beherbergen wird, doch noch ist es nicht so weit. Fleißig wird weitergearbeitet.

Die Schwarze Küche

Das Eggerhaus bietet auch ein ganz besonderes Highlight. Eine betriebsbereite Schwarze Küche. Sie ist nicht mehr im Originalzustand des 18. Jahrhunderts, weil der offene Herd rausgekommen ist. Man hat nämlich dann im 19. Jahrhundert, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, in die Stube einen Sparherd eingebaut. Und das ist auch diese Situation, die wir hier im Museum zeigen wollen. Und man hat stattdessen hier diesen Backofen hereingestellt, der vollkommen betriebsbereit und wieder funktionsfähig von uns aufgestellt wurde. Die Eisenteile, die natürlich im desolaten Zustand waren, sind restauriert worden. Und zwar sind alte Blechteile wieder verwendet worden und teilweise auch die Originalteile. Diese Beschläge, die alten Barockbeschläge sind original und nur der eine Blechteil ist wieder ergänzt worden. Das ist die Falltüre, die in den Keller hinuntergeht. Die macht man dann auf und da unten ist der sogenannte Hauskeller. Das ist die sogenannte Hausspeis gewesen. Da haben wir die Lebensmittel, die gelagert werden, die sind da unten gewesen. Frau Spießberger, soviel ich informiert bin, stehen Sie da jetzt mitten im künftigen Kachelofen?

Stube und Stubenstübel

So ist das richtig. Das ist der Sparherd, von dem der Herr Dr. Dimt ursprünglich gesprochen hat, der hier in der großen Stube im Erdgeschoß wieder errichtet werden wird. Die nächste Arbeit von unserem Hafnermeister, Herrn Franzelin. Ja, wir befinden uns jetzt im sogenannten Stubenstübel. Das ist ein kleiner Nebenraum zur großen Stube und wir können annehmen, dass das eine Art Auszug war.

Zwischenbilanz

Ich glaube, wir dürfen alle miteinander zufrieden sein. Erstens ist es ja im Wesentlichen eine sehr kleine Kerngruppe, wenn ich so sagen kann, an den wirklich Aktiven, die hier am Hause auch Hand anlegen. Alle diese Leute sind ja tätig, also noch berufstätig. Und so muss ich sagen, ist sehr viel weiter gegangen, noch dazu, wo wir mit einem sehr sparsamen Mittelverbrauch aufwarten konnten. Also vergleichsweise, ich will hier jetzt keine anderen Projekte nennen, aber wenn man gleiche Größenordnungen herannimmt, dann ist es schon bemerkenswert, was hier geschehen ist. In Summe, wie viele Stunden sind ungefähr seit dem Beginn dieses Projekts aufgebracht worden? Na ja, ich kann das natürlich nur so ein bisschen über den Daumen schätzen, obwohl ich Aufzeichnung drüber führe, das ist klar. Wenn man den Abbau, den fachgerechten Abbau mit einrechnen kann, kommen wir circa auf 12, 13, 14.000.

Ein kalter Morgen im November

Ein kalter Morgen, Anfang November. Am Eggerhof herrscht reges Treiben. Ein bisschen weniger kalt, gell? Ist in Ordnung. Ein bisschen weniger kalt, hat er gesagt! Ein bisschen weniger kalt! Das passt jetzt. Das passt. Aber jetzt ist es ja schon wieder kalt. Die Mischmaschine dreht sich schon fleißig. Den Herrn, der sie bedient, kennt man üblicherweise eher im Nadelstreifen. Heute ist er wieder in die Arbeitskluft geschlüpft. Sagen Sie, wie kommt man eigentlich von der Atomenergiebehörde da her auf den Eggerhof? Das ist eine sehr gute Frage, indem man eine Geliebte hat, die Antonia heißt. Jetzt sind Sie bekannt, gell? Unseren Zuschauern noch nicht? Noch nicht, nein, diese Maschine liebe ich seit Jahren. Sie gehört mir. Es ist zwar einfacher, Bälle zu organisieren in der IAEA, aber das macht hier mehr Spaß. Und was hat Sie tatsächlich zum Eggerhof geführt? Das war eigentlich die Sigrid und der Fritz, die mich dazu gebracht haben. Wir haben uns das einmal angeschaut, ich habe es einmal in der Zeitung gelesen. Sie hat mich da interessiert. Dann habe ich gesagt, ich helfe einmal. Und aus dem einmal helfen, sind Jahre geworden. Jetzt gehören Sie sozusagen zum Inventar? Ja, ich glaube schon. Jetzt kann man schon so sagen. Und was ist da Ihr Aufgabenbereich? Ich bin Hilfsarbeiter, ich mache alles. Antonia, ich mische, ich trage, ich schleppe, ich säge alles. Ist das ein angenehmer Ausgleich zur Arbeit? Oh ja, das ist es ja. Es macht Spaß. Und es ist eine nette Gemeinschaft und ich glaube, es zahlt sich auch aus.

Kalkestrich und Webstube

Den Herrn Professor stoppen wir im Laufschritt. Herr Magister Spießberger, ich darf Sie ganz kurz bei der Arbeit stören. Wie ist der Stand der Dinge im Eggerhof? Naja, es schaut nicht so schlecht aus. Was wir gerade machen, das ist der Kalkestrich für den ersten Stock. Herr Franzelin, was wird das da, wenn es fertig ist? Das ist ein Kalkestrich, der für den Schallschutz und für die Wärmedämmung ist. Was ich gesehen habe, ist drüben ja schon fertig. Ja, da ist schon fertig und da kommt jetzt obendrauf die alten Fußbodenbretter. Und wie geht es da weiter? Und da geht es auch dann dasselbe weiter wie in der Stube drüben. Wenn das ausgetrocknet ist, dann kommt der alte Fußboden wieder drauf. Vielleicht können Sie kurz sagen, wo wir uns da befinden im alten Haus? Im oberen Stock, praktisch wo die alte Stube ist. In dem Fall, wo wir sind, ist die alte Webstube, wo früher gewebt worden ist. Was hat sich da sonst noch herum abgespielt? Wohnbereich und Schlafbereich. Im äußeren Bereich ist dann der sogenannte Schrotgang, wo zum Trocknen alles rausgehängt worden ist. Also nicht ein Balkon in unserem Sinn, wo man sich entspannt hat? Nein, überhaupt nicht. Na ja, was wir noch machen, wir werden heute baggern. Wir werden ein paar Leitungen legen. Stube ist fast fertig. Zwischenwände in der sanitären Anlage werden gemacht. Decke im Veranstaltungsraum ist fertig. Na ja, ich kann gar nicht alles aufziehen. Es ist auf jeden Fall sehr, sehr viel geschehen. Mit einem Wort, es ist mit Riesenschritten im Eggerhaus vorangegangen. Wie viele Arbeitsstunden werden es denn noch werden? Das ist eine schwierige Frage. Es werden schon noch ein paar Tausend Arbeitsstunden werden, glaube ich. Bis wir ganz fertig sind, ein paar Tausend Arbeitsstunden.

Arbeitsstunden und Finanzen

Wie viele waren es bisher? 15.000, 16.000 werden es sein. Das wird schon deutlich über 15.000 sein, ja, nehme ich an. An Arbeitseifer fehlt es also ganz und gar nicht. Also ein Projekt kostet ja auch eine Menge Geld. Wie schaut es mit dem Finanzen eigentlich aus? Na ja, das stimmt schon. Die finanzielle Decke, die ist schon sehr gespannt. Die wird uns vielleicht zu kurz werden. Wir könnten damit auskommen, aber ich kann mir vorstellen, dass wir noch ein bisschen Kapitalzufluss brauchen werden. Es ist noch einiges anzuschaffen. Es sind die Möbel noch anzuschaffen. Es sind noch Fliesen und so. Im großen Raum, wo wir Veranstaltungen haben, da wissen wir nicht, wie wir da tun werden. Also der Finanzbedarf ist sicherlich groß.

Innenausbau im Winter

Während der kalten Wintermonate waren die Außenarbeiten am alten Eggerhaus eingeschränkt. Doch der Innenausbau ging hurtig weiter. Der Estrich für den Zubau und den Veranstaltungsraum ist fertig. Das Material für die Stiege des Zubaus liegt bereit. Die Brüstungsbretter für den Schrotgang wurden in vielen Arbeitsstunden angefertigt. Und dank der schönen Frühlingstage steht einer Montage nichts im Wege. Ich bin hier als Tischler eingeteilt worden. Also ich mache es mit Freude, weil ich nach der Pension wieder meinen Beruf ausüben kann. Das gefällt mir recht gut. Das sind die Brüstungsbretter, die ich jetzt am Balkon, oder besser gesagt am Schrotgang, wie man nennt, anpasse und wieder festmache. Die sind aus altem Holz hergestellt, damit sie wieder der Witterung entsprechend an das Haus passen. Die Bretter haben wir unten umgekehrt, weil unten der Zierladen da war, und dann hat es unten genau gepasst.

Die alten Dielen

Genauigkeit ist auch das oberste Gebot bei der Verlegung der Holzböden. Im oberen Stockwerk, in der sogenannten Haarstube, hier wurde der Flachs getrocknet, werden aus den alten gereinigten Holzbrettern die morschen Zapfen entfernt und die alten Dielen an die neuen Gegebenheiten angepasst. Das sind die einzelnen Fußbodenbretter, die Dielenbretter sind mit solchen Zapfen verbunden. Das ist ein neuer, und das ist ein alter. Beim Abbau sind uns die alten Zapfen, die die Dielen verbunden haben, gebrochen – wahrscheinlich aus Holz, aus Obstbaumholz. Das ist ein neuer, den hat der Schöggel Sepp gemacht, unser Bildhauer, der besteht aus Lärchenholz. Mit dem werden dann die einzelnen Dielenbretter verbunden, und dann bildet sich so richtig feste Platte, und die muss nur mal an einigen wenigen Punkten befestigt werden, damit sie sich nicht auftritt. Und ich habe gesehen, also jedes Brett hat eine eigene Metallplakette, was sagt diese aus? Na ja, die brauchen wir, denn sonst hätten wir nicht mehr gewusst, in welcher Reihenfolge die Bretter gelegen sind, und wir hätten ziemlich viel durcheinander bekommen. Schon deswegen, weil die Bretter ganz einfach nicht ganz genau parallel geschnitten sind, sondern sie sind konisch, so wie der Baum gewachsen ist, und die Bretter oben schmäler, so sind ganz einfach auch die Bretter auf der einen Seite breiter, auf der anderen Seite schmäler, und wenn man die dann falsch legt, dann kriegt man da ein Trapez, und das passt da nicht mehr. Also die liegen praktisch genauso, wie sie damals auch gelegen sind? Die liegen genauso, wie sie vor 300 Jahren da hineingelegt wurden.

Fenstergitter für den Zubau

Damit der Charakter des 300 Jahre alten Hauses auch beim Zubau erhalten bleibt, werden in mühevoller Arbeit alte Eisengitter montiert. Das sind die schmiedeeisernen Fenstergitter, die praktisch aus Einbruchssicherheit da sind, und natürlich das Optische auch dazu, dass eben dann wieder der Anbau wieder dementsprechend zum alten Bau dazu passt mit den Fenstergittern. Aber die Fenster sind neu? Die Fenster selber sind neu. Und wie lange braucht man für so ein Einbetonieren von so einem Gitter? Mit dem Stämmen und Ausmessen so circa zwei Stunden. Und wie viele Fenster sind es insgesamt bei dem Haus zu machen? So circa 20 Fenster sind es. Bis zur tatsächlichen Öffnung im Frühjahr 2003 sind noch viele tausend Arbeitsstunden, viele helfende Hände und vor allem eine Menge finanzieller Mittel notwendig, um dieses einmalige Gebäude seinem neuen Zweck zuzuführen. Nämlich zu zeigen, dass mit viel Initiative und Fleiß ein Stück altes Oberösterreich der Nachwelt erhalten bleibt.

Fassade und Sgraffito

Es ist einige Monate seit dem letzten Interview vergangen. Was ist in der Zwischenzeit passiert? Ich glaube sagen zu dürfen, dass sehr viel passiert ist. Das sieht man auch. Wir haben eine schöne Wiese angesät, die schon recht gut wächst. Wir haben den modernen Zubau mit einem Rieselputz versehen. Wir haben den Hauptbau mit dem traditionellen Putz versehen. Es wird vorne gemalt. Ich glaube, man sieht es an allen Ecken und denken, dass das Haus schön langsam seiner Vollendung entgegenkommt. Sehr markant die Fassade des Eggerhauses. Verputzt und schon weiß gestrichen, erstrahlt sie jetzt und die letzten entscheidenden Pinselstriche wurden letztes Wochenende daran gezogen. Wie heißt diese Malerei, die da angebracht wird? Sgraffito. Das wird vorgezeigt, wird innen geritzt und die Ritzerei bleibt stehen und auch die Kontur bleibt stehen für das nächste Mal. Wenn man zum Beispiel auswittert und kann es wieder nacharbeiten. Alleine für diese Front mussten 14 Arbeitsstunden aufgebracht werden. Nur wenige Meter von der Malerei entfernt arbeitet August Bramshuber am Schrotgang. Auch hier sind nur noch wenige Handgriffe bis zur Fertigstellung notwendig. Das sind Zierläden, die den Abschluss des Schrotgangs bilden. Das ist aus altem Holz gemacht worden, aber wie soll ich sagen, mit einer Schablone nach alter Art nachgeschnitten. Ich habe da ungefähr 12, 16, 17 Meter gemacht. Da braucht man schon drei Tage. Zum Anbringen geht relativ schnell und wird dann abgedeckt mit einer Zierleiste mit einem schönen Profil drauf. Das ist dann der Abschluss des Schrotgangs.

Kurz vor der Eröffnung

Wir stehen hier am Haupteingang des Hauses zu den Einrichtungen und zum Zubau. Was ist da in den letzten Monaten passiert? Es sind sämtliche WC-Anlagen, Armaturen verfliest worden und sämtliche Böden in den Haupteingang und zurück in die Garderobe. Es schaut ja so aus, als ob es heuer eventuell noch eine Eröffnung gäbe. Das wird es wahrscheinlich nicht geben. Es schaut zwar so aus, als würden wir bald fertig werden, aber es sind noch so viele Details zu machen, dass zwar schon viel dasteht, dass aber auch noch innen Tausende von Handgriffen notwendig sein werden. Es sind noch Möbel zu kaufen, wir werden noch Geld brauchen, es sind noch viele administrative Dinge zu erledigen. Das heißt, mit einer Eröffnung ist wahrscheinlich erst im Frühjahr des kommenden Jahres zu rechnen. Die Hauptarbeit beim Rasen ist getan. Jetzt heißt es mit Geduld warten. Wasser und viel Sonne tun ihr Übriges und so genießt man getrost nach getaner Arbeit das wohlverdiente Bier. Vom sonnigen Platz heraus unter dem malerischen Obstbaum betrachtet man stolz das schöne Haus und bespricht die nächsten Arbeitstage.

Es ist vollbracht

Es ist vollbracht. Wie durch Zauberhand ist aus der Baustelle dieses Schmuckstück geworden. Also ich muss sagen, wie wir angefangen haben, wie wir so die Grundfesten gemacht haben, haben wir gedacht, das ist noch ein sehr, sehr weiter Weg. Und es war ein weiter Weg. Wir haben das Haus innerhalb von drei Monaten abgebaut, abbauen müssen, weil wir unter Zeitdruck gestanden sind. Und das ist dann nachher zwei Jahre lang gelegen. Und wir haben im August 1998 dann zu bauen angefangen. Das heißt, wir haben genau fünf Jahre gebraucht. Ich bin auf über 17.000 freiwillige Arbeitsstunden gekommen, inklusive Abbau und vielleicht ein paar hundert Professionistenstunden. Drum habe ich am Anfang, wie das Projekt sozusagen im Gespräch war, sogar abgeraten davon, weil ich mir gar nicht sicher war, ob die Mannschaft, die dann später zusammenkommen wird, ob die das durchhalten, über Jahre hindurch wirklich jede Minute Freizeit und jeden Urlaubstag in das Eggerhaus zu investieren. Sie haben durchgehalten. Und heute präsentiert sich dieses Juwel. Wir beginnen mit der Wohnkultur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Also ungefähr die Regierungszeit von Franz Josef I. Das ist die Stube und das anschließende Stubenstübel. Die schwarze Küche, die ebenfalls den Zustand des ausgehenden 19. Jahrhunderts entspricht in der Schwarzen Küche, die sehr unangenehm war aufgrund der Rauchentwicklung, ist praktisch nur mehr Brot gebacken worden. Also der Backofen war ja bis zum Schluss auch im alten Eggerhaus im Betrieb und er ist auch hier wieder im Betrieb. Also das funktioniert tadellos. Über eine steile Wendeltreppe kommen wir dann in das Obergeschoss, das aus der Zeit um 1700 stammt, also rein baulich. Und die Räume oben sind in diesem Sinne eingerichtet. Wir haben zunächst die hohe Stube, die sogenannte hohe Stube, die ja das kulturgeschichtliche Herzstück des ganzen Hauses ist. Ein Anbau mit einem Mehrzwecksaal ergänzt das alte Eggerhaus. Ein Haus, das letztendlich unsere Kultur widerspiegelt und uns selbst, die Identität des Ortes. Es ist großartiges geleistet hier vom Verein selbst und wir sind alle ganz begeistert von der Schönheit des Hauses, aber auch von der Idee, den Gedanken und der Umsetzung. Eine wirklich großartige Leistung. Hier ist ein wichtiges Stück der Geschichte dieser Region für künftige Generationen gesichert worden. Ich denke, dass das ein Ort auszeichnet, wertvoll macht und wir können stolz sein.